Grundlagen der Praxis

GRUNDLAGEN DER PRAXIS

 

Um die Selbst-Natur zu sehen und sich zu befreien, sollen Praktizierende des Patriarchen Thiên diese Grundlagen folgen:

1. DER GLAUBE IN DEM EIGENEN GEIST

Was ist der Glaube im eigenen Geist? Das ist der Glaube, dass unser Geist und der Geist aller vergangenen Buddhas nicht zwei und anders sind. Was bedeutet, dass die Kraft und die Weisheit unseres eigenen Geistes in keiner Weise denen der Buddhas unterlegen sind. Der Grund ist, dass die Natur und die wunderbare Funktion unseres Geistes gleichen die der Buddhas, die Raum und Zeit umfassen.

Deshalb sprechen wir über die Gleichheit und Nicht-Dualität der Selbst-Natur. Wenn die Natur und die Funktion unseres Geistes denjenigen der Buddhas nur ein wenig unterlegen ist, dann sind die Buddhas den gewöhnlichen Lebewesen übergeordnet, dann werden wir über Ungleichheit, von Hoch und Tief, von Dualität sprechen.

Mit unserem starken Glauben, dass unser eigener Geist mit Macht und Weisheit intrinsisch vollendet ist, dass seine wunderbare Funktion Raum und Zeit umfasst - wie Buddha Thích Ca Mâu Ni (Sakyamuni) gesagt hatte: "Es gibt keine Dharmas außerhalb des Geistes" - können wir sicherlich die neun Worte "Nichts zu gewinnen, nichts zu suchen, nichts zu befürchten " anwenden.

Nehmen wir an, dass etwas außerhalb des Geistes existieren kann, dass man etwas außerhalb des Geistes suchen kann. Nun aber, da unser eigentliche Geist den Raum und die Zeit umgibt, gibt es keinen Raum jenseits des Raumes, keine Zeit außerhalb der Zeit, können wir daraus den Schluss ziehen, dass nichts außerhalb des Geistes existiert, und deswegen, gibt es nichts zu gewinnen, nichts zu suchen. Wenn es nichts zu gewinnen, nichts zu suchen gibt, dann gibt es nichts zu befürchten.

Ohne den Prozess des Wegwischens des Festhaltens an die Wirklichkeit des Selbst durchzugehen, würde sich das Klammern selbst auslösen. Nun kann man das "Nichts zu gewinnen, nichts zu suchen, nichts zu befürchten" verwenden, um das Klammern an die Wirklichkeit des Selbst auszulöschen. Wenn dieses Klammern ausgelöscht wird, würden wir uns von dem Leiden des Zyklus von Geburt und Tod befreien.

Mit einem starken Glauben an die Methode des Tổ Sư Thiên allein, egal wie fleißig wir sind, können wir die Selbst-Natur nicht erkennen, wenn wir nicht den Glauben an unser eigenen Geist haben. Warum?

Denn wenn wir an unser eigenen Geist nicht glauben, wie können wir den verwirklichen? Die Verwirklichung unser eigenes Geistes bedeutet, die Selbst-Natur zu sehen. Das ist ein endgültiges “Transzendieren”, kein hin und her, kein Rückkehr.

Daher heißt es, dass der Glaube an den eigenen Geist die Grundlage der richtigen Lehre ist.

2. DER ZWEIFEL

Was ist der Zweifel? Wir heben die Thoai-đâu [Frage] und fragen sie sich leise. Wir haben nicht die Antwort. Thiên nennt dieses Gefühl von "Nichts wissen" "Zweifeln". Was auch immer die Position unseres Körpers ist - im Wandern, Stehen, Liegen, Sitzen - was auch immer die Art von Arbeit wir tun - manuell oder geistig - egal in welche Art von Aktivität involviert wir sind - essen, die WC benützen, reden, schlafen - sollen wir immer den Zweifel pflegen.

Nur indem wir den Zweifel innehalten, können wir sagen, dass wir tham thien. Mit anderen Worten, wir benutzen den Nicht-Wissen-Geist (Zweifel) des Gehirns, um dem ganzen Wissen des Gehirns ein Ende zu setzen (11).

Obwohl wir den Ausdruck "ein Ende setzen" verwenden, tun wir es nicht mit bewusster Absicht [Manasikara, tác ý], denn mit dem anwesenden Zweifel wird das Wissen des Gehirns von selbst aufhören, weil es nur eine krankhafte Erscheinung ist (12).

Ein Gleichnis für das Erkennen des Gehirns ist das Erkennen eines Blinden. Ein Blinder hat die Sonne nie gesehen. Er fragt einen Mann mit normalen Augen über die Sonne. Letzterer gibt dem Blinden die Beschreibung, dass die Sonne etwas rundum und heiß ist. Obwohl diese Beschreibung richtig ist, wird es für den Blinden falsch sein, irgendetwas rundum und heiß für die Sonne zu nehmen.

Um den Zweifel zu behalten, sollen wir zuerst dem Wissen durch Erkenntnis, dem Wissen durch Auswendiglernen und sogar dem Wissen, das auf kausalen Bedingungen beruht, [was kein Bewusstsein erfordert, wie das Gehen, Stehen, Liegen, Sitzen, Anziehen von Kleidung, Mahlzeiten Einnehmen, und so weiter] ein Ende setzen. Darum sagte Meister Lai Quả (13): "Wenn beim praktizieren Thoại đâu erreicht wird, gehen wir ohne zu wissen, dass wir gehen, wir sitzen ohne zu wissen, dass wir sitzen".

Wenn Thoai đâu erreicht wird, würde die Thoai von selbst verschwinden, alle Kenntnisse des Gehirns würden ausgelöscht werden. Wir dann tham thiên ohne zu wissen, dass wir es tun, wir essen ohne zu wissen, dass wir essen. Wir sind nicht einmal von dem Nicht-Wissen bewusst.

Wenn wir diesen Zustand erreichen, sind wir sehr nahe am Moment der Verwirklichung der Selbst-Natur. Gewöhnliche Leute könnten sagen, dass wir sehr dumm aussehen. Aber in der Wirklichkeit, die universale Weisheit wird sich bald manifestieren.

Letztendlich wird der Zweifel explodieren, der Nicht-Wissen-Geist des Gehirns wird zerfallen. In diesem Moment werden beide, das "Wissen" und das "Nicht-wissen" des Gehirns, weggeräumt, und die kranke Erscheinung [Die Funktion des Gehirns] verschwindet. In dieser Sat Na (14) erscheint das gesunde Aussehen (15) [die Weisheit der ursprünglichen Buddha-Natur]. Das ist was heißt, "die Selbst-Natur zu sehen" und "die Buddhaschaft zu erlangen".

Die Patriarchen sagten: "Über Weisheit, nicht zwei Personen, über Dharma, nicht zwei Arten".

Warum gibt es nicht zwei Personen, wenn wir über Weisheit sprechen? Die Weisheit der ursprünglichen Selbst-Natur ist die ultimative unübertroffene Gleichheits-Weisheit [Samyak sambodhi / Echte Komplette Erleuchtung], die Raum und Zeit umfasst; Darum gibt es nur eine Weisheit (16). Wenn es auch die Weisheit des Gehirns gibt [was nicht Raum und Zeit umfasst], dann werden wir zwei Weisheiten haben, also zwei Personen.

Warum "nicht zwei Arten von Dharma?" Weil alle Dharmas aus dem Geist kommen; und da die ursprüngliche Natur des Geistes Raum und Zeit umfasst, müssen auch die vom Geist geschaffenen Dharma Raum und Zeit umfassen. Deshalb heißt es "Nicht zwei Arten von Dharma". Wenn es Dharma gibt, die vom Gehirn als real akzeptiert werden, dann sind diese Dharma nur Manifestationen des kranken Aussehens.

ERLÄUTERUNGEN

10 wichtige Erforderungen

WICHTIGE DINGE, DIE GROSSE AUFMERKSAMKEIT VON “THAM THIÊN” PRAKTIZIERENDEN ERFORDERN

1. DAS WEGWISCHEN AUS DER ANHAFTUNG AN DIE REALITÄT DES SELBST

Buddhistische Schulen, kleine, mittlere, große oder oberste Fahrzeuge, alle belehren das Wegwischen aus der Anhaftung an die Realität des Selbst. Ohne die Anhaftung an die Wirklichkeit des Selbst auszulöschen, können wir uns nicht vom Leiden durch die Geburt und Tod befreien, können wir nicht vom Zyklus der Geburt und Tod wegkommen.

Wie tut Tham Thien die Anhaftung an die Wirklichkeit des Selbst abwischen? Die Grundlagen der Praxis finden sich in diesen neun Worten: "Nichts zu gewinnen, nichts zu suchen, nichts zu befürchten".

Wenn dort etwas zu gewinnen bleibt, existiert noch die Bindung an die Wirklichkeit des Selbst. Wenn dort etwas zu suchen bleibt, besteht die Bindung an die Wirklichkeit des Selbst noch. Wenn es etwas zu befürchten gibt, besteht die Anhaftung an die Wirklichkeit des Selbst noch.

2. UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN NEUGIERDE / VERDACHT UND RECHTER ZWEIFEL

Tham Thien ist der richtige Zweifel. Eine Person wird besagt, den rechten Zweifel zu haben, wenn er seinen Geist in einem Zweifel hält und seinen Verstand nicht benutzt, um nach Wissen und Vergleich zu rennen, und deshalb den Zweifel zu nähren und zu stärken pflegt. Wenn dieser starke Zweifel seine höchste Grenze erreicht, wird er plötzlich explodieren.

Diese Explosion erhält den Namen des „Sehens der Selbstnatur“. Das Sehen der Selbst-Natur ist zu erleuchten, um uns selbst zu kennen, um unser eigenen Herr zu sein. Erst wenn wir unser eigenen Herr werden, können wir den Zustand der letzten Freiheit erkennen, der die ewige Befreiung von allen Leiden ist. Mit anderen Worten, es ist, die Selbst-Natur zu erkennen und die Buddhaschaft zu erreichen.

Auf der anderen Seite wird eine Person besagt, neugierig zu sein, wenn er seinen Verstand benutzt, um nach Wissen zu suchen, den Thoai-dau zu erklären, nach einer Antwort zu suchen. Das ist nicht tham thien.

Die Zufriedenheit unserer Neugierde könnte dazu führen, mehr Wissen, mehr logisches Verständnis anzueignen, aber nicht die Erleuchtung zu erlangen.

Ein gutes Beispiel findet man im Fall von Newton. Als der Apfel vom Baum herunterkam, entwickelte Newton ein Neugier, die ihm die Frage stellte: "Warum ist der Apfel nicht zum Himmel geflogen, anstatt auf die Erde zu fallen?"

Aus dieser Frage begann Newton sein Studium und fand schließlich seine Antwort mit der Entdeckung des Gesetzes der Schwerkraft.

Das ist Neugierde. Antworten auf Neugierde können helfen, Dinge zu erforschen, die für unser tägliches Leben nützlich sind. Da aber diese Dinge nur für das weltliche Dasein wertvoll sind, aber uns nicht helfen können, uns selbst zu kennen, können wir sie nicht benutzen, um unsere wahre Natur selbst zu erleben und daher den Zustand der letzten Freiheit nicht verwirklichen.

3. KEINE DER ANDEREN GEDANKEN AUFKOMMEN LASSEN

Neben dem Zweifel werden wir keine der anderen Gedanken aufkommen lassen (3). Wir unterdrücken nicht die wandernden Gedanken. Wir lassen sie nicht los. Wir wischen sie nicht aus. Egal wie viele wandernde Gedanken entstehen, wir achten nicht auf sie. Wir stören uns nicht, wenn es Gedanken gibt oder nicht gibt.

Der Zweifel, funktionierend wie ein automatischer Besen, ohne Manasikara [mit Absicht], würde alles weg reinigen.

Wenn es Gedanken gibt, macht der Zweifel die Reinigung. Wenn es keine Gedanken gibt, macht der Zweifel immer noch die Reinigung. Wenn der Zweifel ununterbrochen und eng ist, wird es keine Lücke geben, durch die Gedanken entstehen. Das Entstehen von nur einem einzigen anderen Gedanke ist der Beweis für eine Lücke.

4. URSACHE-WIRKUNG, ZWEIFEL-ERLEUCHTUNG

Wir sollten wissen, dass Zweifel die Ursache ist, die Erleuchtung, die Wirkung. Das gleiche wie kein-Grund wird zu keinem-Effekt führen, kein-Zweifel wird zu keiner-Erleuchtung führen. Das gleiche wie kleine-Ursache wird zu kleiner-Wirkung führen, kleiner-Zweifel werden zu kleiner-Erleuchtung führen. Das gleiche wie große-Ursache wird zu großer-Wirkung führen, großer-Zweifel werden zu großer Aufklärung führen.

Als wir tham thiên, können wir Kopfschmerzen haben, Brustschmerzen, schweres Atmen, wenn der Zweifel schwer wird. Das sind Symptome eines großen Zweifels. In diesen Momenten, je mehr Schmerzen, desto besser: Keine Angst, denn das sind gute Zeichen, da ein großer Zweifel zu großer Erleuchtung führen wird. Aber wenn diese Schmerzen passieren, wenn Sie sitzen, sind sie keine guten Symptome. In diesem Fall, was sollen wir tun? Wir sollten sofort aufstehen (4) und nach etwas suchen, um zu arbeiten, während wir das tham thiên” kontinuierlich halten.

Wenn wir fühlen, dass die Nerven zu angespannt sind - so angespannt, dass sie unerträglich werden - dann sollten wir die Thoai sehr langsam, Wort für Wort etwa zehn Sekunden zwischen den Wörtern fragen. Dies wird dazu beitragen, den Stress zu lösen.

5. KEINE DIFFERENZIERUNG VON QUALIFIKATIONEN

Es gibt keine Differenzierung der Qualifikationen in Bezug auf Praktiker der Methode der Tham Patriarch Thiên. Es gibt keinen Unterschied zwischen Anfängern und erfahrenen, intelligent und unwissend, alt und jung (5).

Die Geschichte des 8-jährigen Drachenmädchens, das die Buddhaschaft erreicht hat, wurde im Lotus Sutra (6) erzählt. In der “Übertragung der Lampe” (Das Buch über die Geschichte des chinesischen Thiên), ein 13-jähriges Mädchen namens Trinh und ein 15-jähriges Mädchen namens Tô realisierten ihre Selbst-Natur, und mehrere ignorante Patriarchen hat das gleiche mit ihrer Praxis von Tham Patriarch Thiên.

Praktizierende von Tham Thiên sollen sich nur sehr um die Frage nach Leben und Tod kümmern, mutig tham, und dann kann jeder die Selbst-Natur sehen und die Buddhaschaft erreichen. Wir sollten unsere eigene Fähigkeit, die Buddhaschaft zu erreichen, nicht unterschätzen.

6. GROSSER GLAUBE IN UNSEREM EIGENEN GEIST

Wenn wir tham thiên (7) (8) (9), müssen wir unseren eigenen Geist vertrauen. Wenn wir nur an die Methode der Praxis glauben, aber nicht in unserem eigenen Geist, dann egal wie fortgeschritten wir in unserer Praxis sind, wie viel geistiger Fortschritt wir machen, können wir unsere Selbst-Natur immer noch nicht sehen. Darum sagte Meister Po Shan, dass es einen richtigen Glaube und einen falschen Glaube gibt:
Der Glaube, dass unser eigener Geist Buddhas Geist ist, ist der richtige Glaube, der an Dharmas außerhalb unseres eigenen Geistes festhält (10) ist der falsche Glaube.
Unser Glaube, dass unser eigener Geist Buddhas Geist ist, muss von der Praxis begleitet werden, um unseren eigenen Geist zu erleuchten, und wir müssen uns an den Ort des Zweifels führen; Nur dann kann unser Glaube als richtig gesprochen werden. Auf der anderen Seite, wenn wir unruhig und falsch sind, wenn wir nur eine wilde Vermutung machen, wenn wir sagen, dass unser Geist Buddhas Geist ist, aber nicht die Absicht haben, unseren eigenen Geist zu verwirklichen, dann ist es ein falscher Glaube.

7. ERWACHUNG ZU DER SELBST-NATUR

"Der Hund von Han jagt den Knochen nach, während der Löwe den Mann beißt". Dieses Sprichwort von einem Patriarchen bedeutet: Wenn jemand einen Knochen wirft, wird der Hund den Knochen verfolgen. Aber der Löwe, durch die Bewegung des Knochens, entdeckt den Mann und, anstatt nach dem Knochen zu laufen, beißt den Mann. Der Mann steht für die Selbst-Natur, der Knochen steht für die Worte des Buddha und der Patriarchen.
Wenn man auf die Worte des Buddha und der Patriarchen zum Erwachen schaut, dann wäre er nicht anders als der Hund. Wenn man auf die Selbst-Natur zum Erwachen schaut, dann wäre er der Löwe.
Weise Männer in der Antike sprachen über "In der Mitte der Worte zu sterben" und "Gesicht die Richtung der Worte zu erwarten". Diese Redeweise bedeuten, dass die Patriarchen einige Worte aussprachen, wir lauschten den Worten und dachten, dass wir uns selbst weckten.
Was wir nicht wissen, ist, dass solches Verständnis in dem diskriminierenden Reich der einfachen Menschen bleibt. Da wir nicht wissen, dass das letzte Erwachen nur realisiert werden kann, wenn wir das Reich des Bewusstseins hinter uns lassen, nennen uns die Patriarchen die Hunde von Han (11).

8. NICHT IN DEM ZUSTAND VON NIHILISTISCHEM LEERHEIT FALLEN

Eine nihilistische Leerheit ist etwas, das wir vermeiden sollten, wenn wir tham thien. Anders als die Praktizierenden anderer Methoden, deren Ziel es ist, den Gedanken ein Ende zu setzen, müssen diejenigen, die tham thien den Zweifel halten müssen, der fortsetzend und ununterbrochen ist.
In dem Moment, in dem wir weder Zweifel noch Gedanken haben, fallen wir in die nihilistische Leerheit, die eine gewöhnliche (allgemein bekannte) Krankheit für Thien-Praktizierende ist. Patriarchen hatten einen Spitznamen für diesen Zustand: "Immersion in totes Wasser".
Mit dem Gefühl der Quietude und der Ruhe, die Menschen in diesem Zustand finden ihrer Körper aufhellen. Aber da sie dazu neigen, sich an diesen Zustand zu klammern, werden sie nie die Gelegenheit haben, ihre Selbst-Natur zu sehen. Dieser Zustand ist also noch weniger wünschenswert als den mit dem Zweifel und den wandernden Gedanken.
Also, wenn wir den Thoai-dau nicht erreicht hätten, sollten wir die Thoai nicht fallen lassen, wenn wir tham. Einige Praktizierende finden heraus, dass, auch wenn sie die Thoai fallen lassen [nicht die Frage stellen], sie können immer noch den Zweifel beibehalten und sind froh darüber. Aber es ist nicht der richtige Fall, denn es würde eine Unterbrechung geben, ohne bemerkt zu werden, und wir müssen auch das Risiko berücksichtigen, in der nihilistischen Leerheit gefangen zu sein.

9. PRAXIS STARTS, STUDIUM ENDET

Für Anhängern der üblichen Lehrschulen (12) Methoden, kann der Weg in vier Schritten abgeschlossen werden: Glaube, Verständnis, Praxis, Erleuchtung.
Auf der Grundlage des Glaubens wird sich die Notwendigkeit des Verständnisses entwickeln. Dann wird die Praxis auf der Grundlage eines solchen Verständnisses folgen. Und dann Praxis und Verständnis entwickeln sich nebeneinander. Schritt für Schritt werden die Pfadfolger die zehn Stufen des Glaubens, die zehn praktischen Weisheitsstufen, die zehn Linien des Verhaltens, die zehn Handlungen der Widmung, die zehn Reichen [Höchste Etappen des Bodhisattva-Erleuchtung] und dann die universelle Aufklärung [oder gleichheitende Erleuchtung] und Absolute Aufklärung [oder, wunderbare Erleuchtung] (13).
Dieser Prozess gilt nicht für Praktizierende von To Sư Thiên, die nicht den gleichen Prozess folgen.
Die Praktizierenden des Tô Su Thiên beginnen auch mit dem Glauben, mit Verständnis. Aber sobald sie zu üben anfangen, sollte ihr Antrieb für das Verständnis aufhören.
Das ist, was Thiên nannte "Praxis beginnt, Verständnis endet". Deshalb sind die, die tham thien, nicht erlaubt sind, Thiên und das Đao (14) zu verstehen. Wieso ist es so? Denn wir haben schon Thiên und das Đao. Wenn wir jetzt über Thiên und das Đao verstehen wollen, dann ist es ähnlich wie ein anderer Kopf wachsen auf dem Kopf den wir bereits haben.
Die Patriarchen hatten die Phrase "es wächst noch einen Kopf auf den Kopf", um diese Situation zu beschreiben. Der zweite Kopf kann für den ursprünglichen Kopf nicht von Nutzen sein. Außerdem, da es Schmerzen und Hindernisse für den ursprünglichen Kopf verursacht, muss es von Ärzten entfernt werden.
Also, wir wissen, dass auch das Verständnis von Thiên und das Đao nicht erlaubt ist, geschweige denn das Verständnis anderer Dinge. Wir sollten wissen, dass der Durst nach Wissen und Verständnis ein großes Hindernis für das Erwachen ist. Das ist die Bedeutung von "Praxis beginnt, Verständnis endet".

10. EMPHASE ÜBER DIE "THAM THIÊN" PRAXIS

To Su Thiên betont die Praxis, nicht die Rhetorik. Dennoch ist es wichtig, eine Anleitung von erfahrenen zu haben, auch wenn die Methode von Tham Thoai-dau sehr einfach ist. Die Gründe dafür sind:
- Diese Broschüre kann nur auf das Wesentliche der Praxis hinweisen, und nicht die zahlreichen subtilen Details. Wegen der unterschiedlichen Wurzeln oder Hintergründe der Menschen, Grad der Anhänglichkeit, Sorten des Wissens und des Verständnisses, und der persönlichen Neigungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Praktiker, sich in die Irre zu bringen.
- Die Rezepte müssen auf der Grundlage der individuellen Diagnoseergebnisse geschrieben werden. Praktizierende von Thiên, bitte seien Sie sehr vorsichtig! Wenn Sie Ihre Übertreibung dazu veranlasssen, sich von den klar definierten Leitprinzipien des Patriarchen Thiên zu befreien, würde Ihre Handlung als Verachtung der Lehren des Buddhas ausgelegt werden. Sie würden also in die Hölle geführt werden, ohne es zu wissen.

ERLÄUTERUNGEN

 

Die Praxis

Patriarch Thiên ist die von den Patriarchen offiziell übergebene Methode der Praxis namens „Tham Thiên“ (1). „Tham Thiên“ ist nicht „toa thiên“ [Sitting Ch'an], auf der anderen Seite, „toa thiên“ ist nicht „tham thiên“.

Viele von uns nehmen irrtümlicherweise „toa thiên“ für „tham thiên“. In der Tat müssen wir nicht in der sitzenden Position sein, um zu tham thiên . Die Patriarchen haben gelehrt: "Es ist am besten, bei der Arbeit tham zu praktizieren. Wenn jemand für die Übungen immer wählt, an einem ruhigen Ort zu sitzen, ist es unwahrscheinlich, dass er seine Selbstnatur sehen wird."

Der sechste Patriarch Huê Năng sagte: "Der Đao [Weg] wird durch den Geist verwirklicht, nicht durch das Sitzen". Es wird im Kapitel über Toa-Thiên in der Plattform Sutra (2) erklärt, dass wir, wenn wir über toa thiên sprechen, über den Geist sprechen, der sitzt, nicht über den Körper. Keine Gedanken produzieren als Reaktion auf die äußeren guten und schlechten Umstände heißt nicht “Sitzen”; Die innere Unerschütterlichkeit der Selbst-Natur zu sehen, heißt thiên.

VIDEO: Was ist aufrichtiger Zweifel (Untertitel auf Chinesisch und Englisch) - Thiên Meister THICH DUY LỰC [1923-2000]

WAS IST THAM THIÊN?

Der Begriff Tham bedeutet Zweifeln. Zweifeln bedeutet “nicht wissen”. Wenn etwas bekannt ist, hört der Zweifel auf. Wenn der Zweifel aufhört, gibt es nicht mehr “tham”. Deshalb bestärkt tham thiên das Gefühl des Zweifels.

Um das Gefühl des Zweifels zu erregen, müssen wir das Thoai đâu verwenden, also wird die Praxis „Tham Thoai đâu“ genannt.

WAS IST THOAI-ĐÂU ?

Nach Ehrw. Meister Hu Vân (3) muss ein Gedanke gebildet werden, bevor wir das Wort sprechen.

Folgend ist eine kurze Beschreibung der Praxis “Tham Tổ Sư Thiền”, die bedeutet sowohl “tham thoại đâu” als auch “khán thoại đâu” (4).

Thoai bedeutet Wort, Parole, Frage; Đâu bedeutet Kopf, Anfang (5). Thoai Đâu wird verwendet, um den Zustand zu beschreiben, bevor irgendeine Idee gebildet wird. Sobald ein Gedanke gebildet ist, wenn auch nicht ausgesprochen, sind wir schon am Wort-Ende.

Wenn wir "tham", benutzen wir das Wort (Thoai), hier ist eher eine Frage, das Gefühl des Nicht-Wissens zu wecken. Wenn wir "khán", betrachten wir das Nicht-Wissen, um zu sehen, was es ist. Da das Nicht-Wissen keine Lokalität hat, haben wir kein Ziel gesehen.

Also schauen wir, sehen aber nichts und wissen immer nichts (9). In der Thiên-Terminologie heißt dieses Nicht-Wissen “Zweifeln”, “sich Fragen”. Wenn die Praktizierenden tham thiên, fragen und betrachten sie zugleich, um den Zweifel aufrechtzuerhalten. Dieser Zweifel wird sie schließlich zum “Thoai đâu” bringen.

Thoai-đâu ist die Vô Thi Vô Minh [wu shih wu ming] [der Ursprung der Unwissenheit]. Es wird auch die "Spitze des 100-Fuß-Poles" oder der Ursprung des Bewusstseins genannt. Von der Spitze dieses 100-Fuß-Poles, macht der Praktizierender nur einen weiteren Schritt vorwärts, und in diesem Augenblick verlässt er das Reich des Bewusstseins.

Diese Sat Na (10) vom Verlassen des Reiches des Bewusstseins heißt "die wahre Natur Sehen und die Buddhaschaft Erlangen". Mit anderen Worten, die Buddha-Prajna manifestiert sich in Raum und Zeit, und unser Wissen ist jetzt allwissend.

In den prakmatischen Schulen (11) heißt diese Allwissenheit Samyaksambodhi [echte und vollständige Erleuchtung].

Jetzt wo wir erst begonnen haben, tham thiên zu üben, haben wir das Thoai đâu noch nicht erreicht, aber bereits den Schwanz des Wortes verlassen. Mit anderen Worten, wir sind auf dem Weg vom Ende zum Anfang des Wortes , zum Thoai đâu, oder zur Gedanken Ursprung. Und eines Tages werden wir dorthin kommen. Wenn wir Thoai đâu erreichen, wird das Thoai [das Wort] verschwinden. Solange das Thoai noch in unserem Geist sitz, haben wir Thoai đâu nicht erreicht.

Daraufhin gab Meister Hu Vân ein Beispiel: "Thoai đâu ist ein Stock, der Zweifel ist das Gehen, wie ein behinderter Mensch, der einen Gehstock zu Fuß braucht, brauchen wir Thoai đâu, um das Gefühl des Zweifels zu erwecken."

Es gibt unzählige Thoai đâu, die zum „tham thoai đâu“ verwendet werden können. Im Moment schlage ich den Praktizierenden vor, ein der folgenden fünf zu wählen. Bitte wählen Sie dasjenige, das für Sie am schwierigsten ist. Je härter für Sie zu verstehen, je besser. Sie sollten eins, und nur eins, wählen. Sobald Sie sich entschieden haben, sollten Sie nicht von einem Thoai đâu zum anderen hin und her gehen. Sie sollten sich an das halten, das Sie gewählt haben und tham es den ganzen Weg bis Sie die Selbst-Natur sehen.

Die 5 Thoai đâu, die ich vorschlagen möchte, sind:

1. BEVOR ES HIMMEL UND ERDE GAB, WAS WAR ICH?

2. ALLE DINGEN KOMMEN ZUM EINS ZURÜCK, WO KOMMT DAS EINS ZURÜCK?

3. BEVOR MEINE ELTERN GEBOREN WURDEN, WIE SAH MEIN URSPRÜNGLICHES GESICHT AUS?

4. VON WO WURDE MAN GEBOREN, WOHIN STIRBT MAN?

5. NICHT DER GEIST, NICHT DER BUDDHA, NICHT DIE DINGE. WAS IST ES?

Thoai đâu ist eine Frage. Wenn es eine Frage gibt, muss es eine Antwort geben. Zum Beispiel stellen Sie sich schweigend die Frage "Bevor es Himmel und Erde gab, was war ich?" Wenn Sie die Frage nicht beantworten können, wächst Ihre Neugier. Diese Neugier ist der Zweifel.

Sie stellen sich die Frage einmal und Sie können sie nicht beantworten. Sie stellen sich die Frage ein zweites Mal, Sie können sie nicht beantworten. Sie stellen sich die Frage ein drittes Mal, und Sie stellen sich immer diese Frage tags und nachts ohne Unterbrechung. Sie stellen sich immer dieselbe Frage, beim Gehen, Stehen, Liegen, Sitzen, beim Arbeiten, manuell oder geistig, beim Fahren, Essen, im Badzimmer, im Schlafen. Dieser Tham-Prozess sollte ohne Unterbrechung fortgesetzt werden.

Anfänger neigen dazu zu vergessen, die Fragestellung zu halten. Deshalb wird in einem 24-Stunden-Tag der Tham Prozess für 23 Stunden unterbrochen. Bei mehr Übung wird die Unterbrechung auf 22 Stunden reduziert, dann 21 Stunden, dann 20 Stunden und so weiter. Allmählich wird die Praxis kontinuierlich und fest, Tag und Nacht, 24 Stunden ohne Unterbrechung.

Wenn die Praxis lückenlos wird, erreichen wir Thoai đâu. Mit anderen Worten, wir erreichen die Spitze des 100-Fuß-Poles. Von der Spitze des 100-Fuß-Poles, machen wir einen weiteren Schritt vorwärts, und augenblicklich sehen wir unsere wahre Natur.

Mit anderen Worten, wir erkennen den Zustand der endgültigen Freiheit, wir befreien uns ewig von allen Leiden.

Tham Tổ Sư Thiền Praxis – Einführung

Tham Tổ Sư Thiên  oder kurz "Tham Thiên"

Die Lehren des Buddha sind die gleichen, die Methoden variieren.

Patriarch Thiên (1) ist die direkte Methode von Thiên, welche von Sakyamuni Buddha persönlich an den ersten Patriarchen Mahakasyapa übergeben wurde. Die Methode wurde dann von einem Patriarchen zum anderen übertragen, an den zweiten Patriarchen Ananda, an den dritten Patriarchen Sanavasa und so weiter ...

Bodhidharma, der 28. Patriarch in der indischen Tradition, brachte diese Methode nach China. Er gilt als der erste Patriarch in der chinesischen Thiên -Tradition. Der zweite Patriarch war ein Chineser namens Huệ Khả.

Die Nachfolger in der Abstammung sind der dritte Patriarch Tăng Xán, der vierte Patriarch Đạo Tín, der fünfte Patriarch Hoàng Nhẫn und der sechste Patriarch Huệ Năng, der auch der letzte Patriarch dieser Übertragungsform war (2). Thiên Meister Duy Lực gehörte zur 89. Generation der Übertragungslinien in der Thiên-Tradition ab dem ersten indischen Patriarchen Mahakasyapa an. 

Viele Menschen missverstehen und nehmen den Buddhismus für eine abergläubische Religion. Doch aus praktischer Sicht ist der Buddhismus ein Bildungssystem. Dieses System lehrt den Geist-Dharma (3), der zur endgültigen Erleuchtung führt. Diese Erziehung deckt die zehntausend Dinge (4) im Universum, ohne Ausschluss.

Der Kerngedanke dieser Erziehung ist, dass alle Dinge aus dem Geist kommen. Weil der Geist der Ursprung aller Dinge ist, sagte Sakyamuni Buddha, dass "alle Dinge durch den Geist geschaffen sind".

Was ist also der Geist?

Der Geist ist ein Wort, das von jedem gesprochen wird, dessen Bedeutung aber niemandem bekannt ist. Der 14. Patriarch in der indischen Thiên Tradition, Nagarjuna Bodhisattva, benutzte den Ausdruck "Leere ohne den Begriff der Leerheit" (5) als Gleichnis von "Geist".

Der Geist hat von Natur aus keine Form und ist jenseits der Vermessung. Daher kann es nicht durch den Denkprozess des Gehirns angegangen werden und nicht durch Worte oder Begriffe beschrieben werden.

So ist "Leerheit" oder "Leere" der einzige kaum und widerwillig akzeptable Begriff, der in buddhistischen Lehren verwendet wird, um sich auf den Geist zu beziehen. "Leerheit" im Buddhismus ist nicht negativ zu nehmen, als etwas Nihilistisches.

Ohne Leerheit kann der Geist seine Funktionen nicht offenbaren. Wir können sehen, dass "Leerheit ohne den Begriff der Leerheit" alles im Universum aufnimmt. Vom Mond bis zur Sonne, Berge, Flüsse, Länder, Häuser, Bäume, alles und alles verlässt sich auf diese "Leerheit ohne den Begriff der Leerheit", um untergebracht zu werden und zu funktionieren.

Unsere täglichen Aktivitäten wie Essen, sich Anziehen, Reden, Gastgeber und Arbeit, alle diese sind dank dieser "Leerheit ohne den Begriff der Leerheit" möglich. Leider verwenden wir sie jeden Tag ohne es zu merken.

Aus diesem Grund lehrt Sakyamuni Buddha die direkte Methode von Thiên, damit jeder sein eigenen wahren Geist verwirklichen kann.

In dem Sat Na Moment, in dem wir unseren Geist erkennen, heißt es, "unsere wahre Natur sehen und die Buddhaschaft erreichen".

Obwohl wir darüber reden, ein Buddha zu werden, gibt es wirklich keine Buddhaschaft zu erreichen. Es ist nur um aus unserem Traum mit offenen Augen zu erwachen (6).

Als wir aus den geschlossenen-Augen-Träumen (7) den wir im Schlaf hatten aufwachen , erkennen wir, dass alle Dinge, die in den Träumen angetroffen werden, nicht real sind. In ähnlicher Weise wird die Verwirklichung beim Aufwachen aus dem Traum mit offenen Augen als Erleuchtung bezeichnet. Ein anderer Begriff für diese Erfahrung ist "Erreichen der Buddhaschaft".

(Sehen Sie bitte die Erklärungen hier)