Grundlagen der Praxis

GRUNDLAGEN DER PRAXIS

 

Um die Selbst-Natur zu sehen und sich zu befreien, sollen Praktizierende des Patriarchen Thiên diese Grundlagen folgen:

1. DER GLAUBE IN DEM EIGENEN GEIST

Was ist der Glaube im eigenen Geist? Das ist der Glaube, dass unser Geist und der Geist aller vergangenen Buddhas nicht zwei und anders sind. Was bedeutet, dass die Kraft und die Weisheit unseres eigenen Geistes in keiner Weise denen der Buddhas unterlegen sind. Der Grund ist, dass die Natur und die wunderbare Funktion unseres Geistes gleichen die der Buddhas, die Raum und Zeit umfassen.

Deshalb sprechen wir über die Gleichheit und Nicht-Dualität der Selbst-Natur. Wenn die Natur und die Funktion unseres Geistes denjenigen der Buddhas nur ein wenig unterlegen ist, dann sind die Buddhas den gewöhnlichen Lebewesen übergeordnet, dann werden wir über Ungleichheit, von Hoch und Tief, von Dualität sprechen.

Mit unserem starken Glauben, dass unser eigener Geist mit Macht und Weisheit intrinsisch vollendet ist, dass seine wunderbare Funktion Raum und Zeit umfasst - wie Buddha Thích Ca Mâu Ni (Sakyamuni) gesagt hatte: "Es gibt keine Dharmas außerhalb des Geistes" - können wir sicherlich die neun Worte "Nichts zu gewinnen, nichts zu suchen, nichts zu befürchten " anwenden.

Nehmen wir an, dass etwas außerhalb des Geistes existieren kann, dass man etwas außerhalb des Geistes suchen kann. Nun aber, da unser eigentliche Geist den Raum und die Zeit umgibt, gibt es keinen Raum jenseits des Raumes, keine Zeit außerhalb der Zeit, können wir daraus den Schluss ziehen, dass nichts außerhalb des Geistes existiert, und deswegen, gibt es nichts zu gewinnen, nichts zu suchen. Wenn es nichts zu gewinnen, nichts zu suchen gibt, dann gibt es nichts zu befürchten.

Ohne den Prozess des Wegwischens des Festhaltens an die Wirklichkeit des Selbst durchzugehen, würde sich das Klammern selbst auslösen. Nun kann man das "Nichts zu gewinnen, nichts zu suchen, nichts zu befürchten" verwenden, um das Klammern an die Wirklichkeit des Selbst auszulöschen. Wenn dieses Klammern ausgelöscht wird, würden wir uns von dem Leiden des Zyklus von Geburt und Tod befreien.

Mit einem starken Glauben an die Methode des Tổ Sư Thiên allein, egal wie fleißig wir sind, können wir die Selbst-Natur nicht erkennen, wenn wir nicht den Glauben an unser eigenen Geist haben. Warum?

Denn wenn wir an unser eigenen Geist nicht glauben, wie können wir den verwirklichen? Die Verwirklichung unser eigenes Geistes bedeutet, die Selbst-Natur zu sehen. Das ist ein endgültiges “Transzendieren”, kein hin und her, kein Rückkehr.

Daher heißt es, dass der Glaube an den eigenen Geist die Grundlage der richtigen Lehre ist.

2. DER ZWEIFEL

Was ist der Zweifel? Wir heben die Thoai-đâu [Frage] und fragen sie sich leise. Wir haben nicht die Antwort. Thiên nennt dieses Gefühl von "Nichts wissen" "Zweifeln". Was auch immer die Position unseres Körpers ist - im Wandern, Stehen, Liegen, Sitzen - was auch immer die Art von Arbeit wir tun - manuell oder geistig - egal in welche Art von Aktivität involviert wir sind - essen, die WC benützen, reden, schlafen - sollen wir immer den Zweifel pflegen.

Nur indem wir den Zweifel innehalten, können wir sagen, dass wir tham thien. Mit anderen Worten, wir benutzen den Nicht-Wissen-Geist (Zweifel) des Gehirns, um dem ganzen Wissen des Gehirns ein Ende zu setzen (11).

Obwohl wir den Ausdruck "ein Ende setzen" verwenden, tun wir es nicht mit bewusster Absicht [Manasikara, tác ý], denn mit dem anwesenden Zweifel wird das Wissen des Gehirns von selbst aufhören, weil es nur eine krankhafte Erscheinung ist (12).

Ein Gleichnis für das Erkennen des Gehirns ist das Erkennen eines Blinden. Ein Blinder hat die Sonne nie gesehen. Er fragt einen Mann mit normalen Augen über die Sonne. Letzterer gibt dem Blinden die Beschreibung, dass die Sonne etwas rundum und heiß ist. Obwohl diese Beschreibung richtig ist, wird es für den Blinden falsch sein, irgendetwas rundum und heiß für die Sonne zu nehmen.

Um den Zweifel zu behalten, sollen wir zuerst dem Wissen durch Erkenntnis, dem Wissen durch Auswendiglernen und sogar dem Wissen, das auf kausalen Bedingungen beruht, [was kein Bewusstsein erfordert, wie das Gehen, Stehen, Liegen, Sitzen, Anziehen von Kleidung, Mahlzeiten Einnehmen, und so weiter] ein Ende setzen. Darum sagte Meister Lai Quả (13): "Wenn beim praktizieren Thoại đâu erreicht wird, gehen wir ohne zu wissen, dass wir gehen, wir sitzen ohne zu wissen, dass wir sitzen".

Wenn Thoai đâu erreicht wird, würde die Thoai von selbst verschwinden, alle Kenntnisse des Gehirns würden ausgelöscht werden. Wir dann tham thiên ohne zu wissen, dass wir es tun, wir essen ohne zu wissen, dass wir essen. Wir sind nicht einmal von dem Nicht-Wissen bewusst.

Wenn wir diesen Zustand erreichen, sind wir sehr nahe am Moment der Verwirklichung der Selbst-Natur. Gewöhnliche Leute könnten sagen, dass wir sehr dumm aussehen. Aber in der Wirklichkeit, die universale Weisheit wird sich bald manifestieren.

Letztendlich wird der Zweifel explodieren, der Nicht-Wissen-Geist des Gehirns wird zerfallen. In diesem Moment werden beide, das "Wissen" und das "Nicht-wissen" des Gehirns, weggeräumt, und die kranke Erscheinung [Die Funktion des Gehirns] verschwindet. In dieser Sat Na (14) erscheint das gesunde Aussehen (15) [die Weisheit der ursprünglichen Buddha-Natur]. Das ist was heißt, "die Selbst-Natur zu sehen" und "die Buddhaschaft zu erlangen".

Die Patriarchen sagten: "Über Weisheit, nicht zwei Personen, über Dharma, nicht zwei Arten".

Warum gibt es nicht zwei Personen, wenn wir über Weisheit sprechen? Die Weisheit der ursprünglichen Selbst-Natur ist die ultimative unübertroffene Gleichheits-Weisheit [Samyak sambodhi / Echte Komplette Erleuchtung], die Raum und Zeit umfasst; Darum gibt es nur eine Weisheit (16). Wenn es auch die Weisheit des Gehirns gibt [was nicht Raum und Zeit umfasst], dann werden wir zwei Weisheiten haben, also zwei Personen.

Warum "nicht zwei Arten von Dharma?" Weil alle Dharmas aus dem Geist kommen; und da die ursprüngliche Natur des Geistes Raum und Zeit umfasst, müssen auch die vom Geist geschaffenen Dharma Raum und Zeit umfassen. Deshalb heißt es "Nicht zwei Arten von Dharma". Wenn es Dharma gibt, die vom Gehirn als real akzeptiert werden, dann sind diese Dharma nur Manifestationen des kranken Aussehens.

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